Düsseldorfer Meisterfeier: Orthopädieschuhmacher Martin Bausdorf

Meisterfeier der Handwerkskammer Düsseldorf: Düsseldorfer Meisterfeier: Orthopädieschuhmacher Martin Bausdorf

Orthopädie-Schuhmacher Martin Bausdorf wurde 2017 in Düsseldorf Jahresbestmeister. 2019 wird er den Betrieb seines Vaters übernehmen.

„An meinem Beruf reizen mich die notwendigen Anatomie-Kenntnisse über den Menschen und die Tatsache, dass ich Personen dadurch helfen kann. Jeder Orthopädieschuhmacher arbeitet ausschließlich dafür, die Lebensqualität anderer Menschen zum Positiven zu verändern. Beispielsweise kann man Leuten durch einen orthopädischen Maßschuh oder durch Einlagen dazu verhelfen, wieder beschwerdefrei gehen zu können. Einmal durfte ich einem kleinen Jungen helfen, der wegen schlimmer Rückenschmerzen kein Fußball mehr spielen konnte. Zwei Wochen, nachdem er unsere Einlagen trug, hatte er keine Beschwerden mehr und begann wieder langsam mit dem Training“, so fasst Martin Bausdorf aus Kerken seine Leidenschaft für seinen Beruf zusammen.

Vor zwei Jahren erhielt der heute 30-Jährige in der Düsseldorfer Stadthalle nicht nur seinen Meisterbrief, sondern auch die Urkunde als Jahresbestmeister. „Das war das große Highlight für jeden von uns. Zweieinhalb Jahre hatte ich mich darauf vorbereitet. Das ist, wenn man nebenher noch arbeitet, eine große Belastung, auch für die Familie. Daher war das Gefühl, dass jetzt alles abgeschlossen ist, enorm gut. Der Sonntag der Meisterfeier war der letzte Tag eines langen Prozesses. Zurückblickend hatte ich mir weit mehr Sorgen gemacht als notwendig. Es hatte alles gepasst auf dem Weg zum Meister. Richtig realisiert habe ich alles aber erst ein bis zwei Wochen nach der Feier“, erinnert sich Bausdorf.

Das Handwerk hat Familientradition

Zu seinem Handwerk kam Martin Bausdorf über die Familie. Sein Vater ist auch Orthopädie-Schuhmacher-Meister und bereits seit 30 Jahren selbstständig. Sein Bruder ist ebenfalls im selben Gewerk Meister und selbstständig. Martin Bausdorf ging einen anderen beruflichen Weg. Er absolvierte zunächst eine Ausbildung zum Tischler bei der Proest GmbH in Uedem, die er 2011 erfolgreich abschloss. „Auch in diesem Beruf braucht man viel Kreativität und Maßgenauigkeit“, betont der Bestmeister.

Vom Schlagzeuger zum Orthopädieschuhmacher

Nach seiner Ausbildung studierte er dann am Drummers Institute in Düsseldorf Schlagzeug. Mit Abschlussdiplom. „Es gab den Wunsch, Berufsmusiker zu werden. Aber mir war klar, dass es sehr schwer werden würde, damit langfristig und sicher ein Einkommen zu haben. Da wollte ich schon etwas Handfesteres machen“, sagt Bausdorf.

Während des Musikstudiums arbeitete Bausdorf nebenbei als Hilfskraft für seinen Bruder und Vater – und fing Feuer für den Beruf des Orthopädieschuhmachers. Aber jetzt noch eine Ausbildung absolvieren? Und später noch die Meisterfortbildung, um irgendwann vielleicht das Unternehmen seines Vaters übernehmen zu können? Als Bausdorf beim Prüfungsausschuss der Kammer nachfragte, wurde ihm gesagt, dass er die Meisterprüfung auch in einem anderen Handwerk ablegen könne – solange er einen Gesellenbrief und mindestens drei Jahre Berufserfahrung habe. Der Quereinsteiger fing dann Mitte 2012 an, Vollzeit im Betrieb seines Bruders zu arbeiten. Mitte 2015 wurde er zu den Prüfungen bei den Orthopädieschuhmachern zugelassen, die Ende 2015 begannen. Der Jahresbeste im Orthopädieschuhmacherhandwerk ist also Tischlergeselle – und hat nie eine Erstausbildung in seinem Meistergewerk durchlaufen. Das gibt es nicht so oft.

Nach der Meisterfeier hatte der Handwerker deutlich mehr Zeit, das Lernen für die wichtige Qualifikation war erst einmal beendet. „Lange hat das aber nicht gedauert. Als Meister hat man mehr Aufgaben und auch mehr Verantwortung im Betrieb. Man ist ein wichtiger Ansprechpartner für die Kollegen und für die Kunden. Ich habe damals sowohl im väterlichen Betrieb, als auch im Betrieb meines Bruders gearbeitet. Gerade ihn sollte ich als Meister auch entlasten.“ Aktuell ist Bausdorf nur noch im Betrieb seines Vaters tätig, den er im Laufe 2019 übernehmen wird. „Im eigenen Betrieb der Chef zu sein, habe ich immer angestrebt. Das ist eine große Verantwortung für die Mitarbeiter, die Qualität unserer Produkte und auch dafür, dass immer genügend Aufträge da sind. Der Leistungsdruck ist schon entsprechend hoch, auch wenn mein Vater mir auch weiterhin beratend zur Seite stehen wird.“

Viele Erwartungen haben sich erfüllt, aber nicht alle

Vieles, was Bausdorf nach dem Abschluss der Qualifikation als Handwerksmeister erwartet hatte, ist auch so eingetreten. „Ich habe mehr Aufgaben und bin finanziell bessergestellt. Allerdings hatte ich mir da etwas mehr erhofft, aber in unserem Beruf bestimmen die Krankenkassen die Preise. Das macht es schwieriger. Außerdem muss ich noch das Meister-BAfög abbezahlen. Danach wird sich die finanzielle Verbesserung deutlicher bemerkbar machen“, ist sich Bausdorf sicher.

Sein Rat an die Jungmeister, die morgen ihren Meisterbrief erhalten: „Bloß nicht zurücklehnen und es sich bequem machen. Man darf nie aufhören, zu lernen, wenn man erfolgreich seinen Weg machen will. Und das bezieht sich nicht nur auf die fachliche Weiterbildung. Wichtig ist vor allem der unternehmerische Aspekt. Da geht es um den Umgang mit Kunden, um die Mitarbeiterführung und um die Kalkulation. Auch das Marketing in digitalen Zeiten sollte beherrscht werden. Man muss ja nicht nur in einer guten Qualität Produkte herstellen, man muss sie auch an den Kunden bringen. Ich habe seit der Meisterfeier daher viele Seminaren zur Weiterbildung besucht“, sagt der Handwerksmeister.


Arbeit tut der Gesundheit gut

IKK classic berät Unternehmen bei der Zukunftssicherung.

„Arbeit ist generell gesehen für Menschen aller Altersklassen ein Gesundheitsfaktor. Studien zeigen, dass Erwerbstätige durchschnittlich gesehen gesünder sind als Erwerbslose. Denn: Arbeit gibt dem Tag Struktur, sie ermöglicht die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, gibt den Menschen das Gefühl, dazuzugehören, gebraucht zu werden und etwas Sinnvolles zu tun.

All dieser positiven Aspekte sollten sich Arbeitnehmer bewusst sein, also nicht nur die Belastung durch die Arbeit wahrnehmen, sondern auch die Ressourcen; wer seine Arbeit schätzt, bewältigt Stress besser. Was können Arbeitgeber tun, um den Gesundheitsfaktor von Arbeit bewusst zu fördern? Sie können die Arbeitsbedingungen in ihren Betrieben gesundheitsfördernd gestalten; die IKK classic bietet hierfür effektive BGM-Maßnahmen an.

Das Gefühl, gebraucht zu werden, und der damit verbundene gestärkte Selbstwert sind gerade für ältere Angestellte wichtig. Die kognitive Leistungsfähigkeit älterer Angestellter nimmt kaum ab und kann zudem trainiert werden. Mit dem Alter eines Mitarbeiters steigen in der Regel seine Sozialkompetenz und seine Fähigkeit, Probleme zu lösen. Ebenso nimmt sein Erfahrungswissen zu und eine damit verbundene Gelassenheit. Mit Blick auf den demografischen Wandel sollten sich Betriebe auf die sich verändernden Stärken und Schwächen ihres Personals einstellen. Die IKK classic bietet ein neues Tool, mit dem Betriebe prüfen können, inwieweit sie dem demografischen Wandel gewachsen sind.

Die ermittelten Ergebnisse können Betriebsinhabern zum Beispiel dabei helfen, einen Fort- und Weiterbildungsplan für die nächsten Jahre aufzustellen. So können sie rechtzeitig dafür sorgen, dass wichtige Qualifikationen weiterhin erhalten bleiben. Darüber hinaus sind sie aber auch eine optimale Voraussetzung, um gemeinsam mit dem Gesundheitsmanager der IKK classic über ganz individuelle Maßnahmen zur Zukunftssicherung des Betriebs nachzudenken.

Informationen gibt es vom IKK classic Gesundheitsmanager Carsten Heldt Telefon unter 0211/7702-475020.


Betriebswirte im Handwerk

2017/2018 gab es insgesamt 60 erfolgreiche Absolventen.

60 Führungskräfte des Wirtschaftssektors Handwerk haben im Verlauf der Jahre 2017 und 2018 nach der erfolgreichen Meisterausbildung die Spitzenqualifikation zum „geprüften Betriebswirt nach der HwO“ erworben. Die Handwerkskammer Düsseldorf, die die unternehmerische Zusatzausbildung vor 38 Jahren modellhaft für NRW entwickelt und etabliert hat, ehrte ihre Absolventenjahrgänge mit einer eigenständigen Feierstunde.

Neben den Absolventinnen und Absolventen sowie deren Angehörigen waren auch etliche Dozenten und Prüfer unter den Gästen, die den ehemaligen „Schützlingen“ ihre Anerkennung zum Ausdruck bringen wollten. Die Fortbildung ist 2016 im Deutschen Qualifikationsrahmen (DQR) als erster Fortbildungsabschluss im Handwerk auf dem Niveau sieben platziert worden. Damit liegt eine Gleichwertigkeit mit dem Masterabschluss der akademischen Bildung vor.

Glückwünsche an alle Absolventen überbrachten Kammerpräsident Andreas Ehlert und der Vorsitzende der Düsseldorfer Handwerksjunioren, Patrick Tilmes. Ehlert betonte in seinem Grußwort, dass die Teilnehmer der Betriebswirte-Fortbildungen für das Handwerk „Leuchtturm“-Charakter hätten. „Denn mit Ihrem Meisterbrief hatten Sie ja schon eine hohe Qualifikation erworben. Und dennoch haben Sie es nicht dabei belassen. Sondern Sie haben nochmals draufgesattelt!“ Vor allem, was die Bestandteile einer modernen Unternehmensführung betreffe, seien die Absolventen nun „bestmöglich qualifiziert, einen Handwerksbetrieb erfolgreich zu führen.“

Gesondert geehrt wurden die Jahrgangsbesten Kai Klaus Kupp aus Meerbusch (Installateur- und Heizungsbauermeister) und Sascha Andreas Heusterberg aus Velbert (Schornsteinfegermeister).